Drei hochspezialisierte Maschinen, mehr als 2.300 Tonnen Transportgewicht und Bauteile mit Einzelgewichten von bis zu 200 Tonnen: Das Siegerländer Sondermaschinenbau-Unternehmen Graebener hat einen der größten und aufwendigsten Transporte der Unternehmensgeschichte auf den Weg gebracht. Die kundenindividuellen Anlagen sind für den Rohrhersteller Borusan Berg Pipe bestimmt und werden künftig im US-amerikanischen Werk des Unternehmens in Panama City eingesetzt.
Der Transport bildet einen weiteren Meilenstein eines Großauftrags, den Graebener im Juni 2025 bekannt gegeben hatte. Im Rahmen der Modernisierung und Erweiterung seines Rohrwerks investiert Borusan Berg Pipe insgesamt rund 68 Millionen US-Dollar in eine neue Fertigungslinie für längsnahtgeschweißte Großrohre (LSAW). Graebener liefert hierfür die zentrale Technologie: eine Anbiegepresse, eine Biegepresse, eine Heftschweißmaschine sowie die dazugehörigen vor- und nachgelagerten Rollgänge und einen verbindenden Quertransport. Mit den neuen Anlagen sollen künftig längsnahtgeschweißte Rohre mit Durchmessern von 16 bis 60 Zoll für den Öl- und Gassektor sowie für Anwendungen im Bereich Erneuerbare Energien gefertigt werden.
Auch die Logistik des Projekts ist außergewöhnlich. Statt die Maschinen – wie im internationalen Anlagenbau üblich – einzeln auf verschiedenen Linienschiffen zu verschiffen, werden alle drei Anlagen gemeinsam auf einem Heavy Lift/Multi-Purpose Vessel transportiert. Die Bündelung der Lieferung erfolgt auf Wunsch des Kunden und reduziert sowohl die Logistikkosten im Zielland als auch den Aufwand für die Einfuhr. Das Spezialschiff läuft Panama City direkt an, wo Borusan Berg Pipe unmittelbar im Hafengebiet ansässig ist.
Je nach Größe und Gewicht starteten die Transporte entweder direkt vom Graebener Werk in Netphen oder direkt von den Fertigungsstandorten der Zulieferer. Besonders anspruchsvoll war der Transport der beiden Traversen der Biegepresse. Mit einem Einzelgewicht von jeweils 200 Tonnen zählen sie zu den schwersten Komponenten. Nach ihrer Fertigung in Magdeburg wurden sie per Schwerlast-Lkw zum Mittellandkanal nach Vahldorf transportiert, dort auf ein Binnenschiff verladen und über die Wasserstraße nach Hamburg gebracht.
Die Verladung der drei Maschinen auf das Heavy Lift Vessel erfolgte teils in Antwerpen, teils in Hamburg. Das erste Transportlos mit Anbiegepresse und Heftpresse umfasst insgesamt 22 Container sowie 13 Groß- und Schwerlastkolli mit einem Gesamtgewicht von 921 Tonnen. Das zweite Los mit der Biegepresse besteht aus 25 Containern sowie neun Groß- und Schwerlastkolli und bringt weitere rund 1.400 Tonnen auf die Waage. Für die Verladung der schwersten Komponenten kamen in Hamburg zwei Mobilkräne mit einer Tragkraft von jeweils 206 Tonnen zum Einsatz.
Von Hamburg aus führt die Reise über weitere Ladestationen in Saint-Nazaire und Bilbao bis nach Panama City. Nach rund vier Wochen wird das Schiff seinen Bestimmungshafen erreichen.
„Ein Projekt dieser Größenordnung endet für uns nicht mit der Fertigstellung der Maschinen. Erst wenn unsere Anlagen sicher und termingerecht beim Kunden eintreffen, aufgebaut und in Betrieb genommen sind, ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Dass wir auch die logistischen Herausforderungen gemeinsam mit unseren Partnern meistern, ist ein wichtiger Bestandteil unseres Leistungsversprechens gegenüber unseren Kunden“, erklärt Frank von der Heyden, Geschäftsführer bei Graebener.
Mit dem Projekt unterstreicht Graebener einmal mehr seine Kompetenz in der Realisierung internationaler Großaufträge.
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